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<title>Wassertrommel (Musikinstrument)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Wassertrommel (Musikinstrument)</span></h1>
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<p>Eine <b>Wassertrommel</b> (englisch <i>water drum</i>) ist ein Aufschlag<a href="Idiophon" title="Idiophon">idiophon</a>, dessen halbschalenförmiger <a href="Resonanzk%C3%B6rper" title="Resonanzkörper">Resonanzkörper</a> beim einen Typus auf dem Wasser ruht und ähnlich wie eine <a href="Trommel" title="Trommel">Trommel</a> geschlagen wird. Die <a href="Perkussion_(Musik)" title="Perkussion (Musik)">Perkussionsinstrumente</a> kommen in <a href="Westafrika" title="Westafrika">Westafrika</a> und in der <a href="Karibik" title="Karibik">Karibik</a> vor. Beim anderen Typus, der auch „Stampftrommel“ genannt wird, aber den <a href="Stampfrohr" title="Stampfrohr">Stampfrohren</a> nahesteht und auf ein Gebiet im Norden <a href="Neuguinea" title="Neuguinea">Neuguineas</a> beschränkt ist, wird ein röhrenförmiger, beidseits offener Resonanzkörper mit den Händen gehalten und auf eine Wasseroberfläche aufgeschlagen. Die Bezeichnung „Trommel“ ist in beiden Fällen irreführend, da im Unterschied zu den <a href="Membranophon" title="Membranophon">Membranophon</a> keine <a href="Schwingungsmembran" title="Schwingungsmembran">schwingende Membran</a> vorhanden ist.
</p><p>Bei einem anderen Instrumententyp, der dem Namen „<a href="Trommel" title="Trommel">Trommel</a>“ entsprechend tatsächlich zu den Membranophonen gehört, ist die Öffnung eines zur Klangregulierung teilweise mit Wasser gefüllten <a href="Resonanzk%C3%B6rper" title="Resonanzkörper">Korpus</a> mit einer Membran bespannt, die mit Stöcken geschlagen wird. Diese Wassertrommel ist oder war bei manchen <a href="Indianer_Nordamerikas" title="Indianer Nordamerikas">Indianern Nordamerikas</a> und <a href="Indigene_V%C3%B6lker_S%C3%BCdamerikas" title="Indigene Völker Südamerikas">indigenen Völkern Südamerikas</a> bekannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="An_der_Außenseite_angeschlagene_Hohlkörper"><span id="An_der_Au.C3.9Fenseite_angeschlagene_Hohlk.C3.B6rper"></span>An der Außenseite angeschlagene Hohlkörper</h2></div>
<p>In Westafrika südlich der <a href="Sahara" title="Sahara">Sahara</a> bestehen Wassertrommeln aus einer <a href="Kalebasse" title="Kalebasse">Kalebassen</a>halbschale, die mit der Wölbung nach oben in einem Gefäß mit Wasser schwimmt. Die Tonhöhe ergibt sich aus der im Innern befindlichen Luftmenge und kann durch Niederdrücken verändert werden. Deshalb werden in manchen Gegenden Wassertrommeln mit einer Hand gehalten und mit einem Stöckchen oder einem Löffel in der anderen geschlagen. Ansonsten werden zwei Schlägel oder die mit Fingerringen ausgestatteten Hände verwendet.
</p><p>Die <i>assekalabo</i> bei den <a href="Tuareg" title="Tuareg">Tuareg</a> im Norden des <a href="Niger" title="Niger">Niger</a> wird mit Plastiksandalen in Verbindung mit der Mörsertrommel <i><a href="Tend%C3%A9" title="Tendé">tendé</a></i> gespielt. Eine andere Wassertrommel kann mit der einsaitigen Spießgeige <i><a href="Goge" title="Goge">goge</a></i> beim <a href="Bori_(Hausa)" title="Bori (Hausa)">Bori</a>-Besessenheitsritual in <a href="Nigeria" title="Nigeria">Nigeria</a> eingesetzt werden.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im <a href="Tschad" title="Tschad">Tschad</a> verwendet das Volk der Kotoko die <i>tembol</i>. In <a href="Mali" title="Mali">Mali</a> spielen junge Frauen der <a href="Bambara_(Volk)" title="Bambara (Volk)">Bambara</a> die <i>dyi dunu</i> bei jahreszeitlichen Festen und bei der Beerdigung einer alten Frau.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Fulbe" title="Fulbe">Fulbe</a> in <a href="Gambia" title="Gambia">Gambia</a> nennen ihre Wassertrommel <i>gedundung</i>. Sie wird zusammen mit Spießgeige, Flöte, <a href="Rassel" title="Rassel">Rassel</a> und weiteren Trommeln gespielt. Alternativ zur <i>gedundung</i> verwenden die Fulbe die Kalebassentrommel <i>horde</i> mit gut 50 Zentimetern Durchmesser. Hier kann der Klang variiert werden, indem im Stehen die mit beringten Händen geschlagene Halbschale mit der Öffnung gegen den Oberkörper gepresst wird.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Wodaabe" title="Wodaabe">Wodaabe</a>, eine Untergruppe der Fulbe im Niger, verwenden die ansonsten als Begleitung der Binnenspießlaute <i>moolooru</i> (vgl. <i><a href="Keleli" title="Keleli">keleli</a></i>) ohne Wasser mit den Händen angeschlagene Kalebassenhalbschale (<i>tummude</i>)<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auch als Wassertrommel. Frauen setzen die <i>tummude</i> bei Initiationsritualen im Busch ein.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Norden von <a href="Togo" title="Togo">Togo</a> werden die Wasserkalebassen (<i>toyn</i>) paarweise als zwei Halbschalen (<i>oka</i>) in nebeneinander stehenden Blech- oder Plastikeimern gespielt. Die mit dem Stock (<i>kpovi</i>) der rechten Hand geschlagene Kalebasse produziert einen tiefen Ton, die linke einen hohen Ton. Beide werden abwechselnd, immer mit rechts beginnend, geschlagen und dienen der Gesangs- und Tanzbegleitung.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="Benin" title="Benin">Benin</a> spielen Männer bei Beerdigungen Wassertrommeln. Bei den <a href="Mahi_(Sprache)" title="Mahi (Sprache)">Mahi</a>-Sprechern im Süden des Landes wurde ein Ensemble mit zwei Wassertrommeln (<i>tohoun, tohun</i>), einem großen Schlagtopf (<i>go</i>) aus Ton (mit dem nigerianischen <i><a href="Udu" title="Udu">udu</a></i> und dem südindischen <i><a href="Ghatam" title="Ghatam">ghatam</a></i> verwandt), der Doppelhandglocke <i>ganvikpan</i> (entspricht der <i><a href="Gankogui" title="Gankogui">gankogui</a></i> in Ghana), der Einfachglocke <i>ganssu</i> und zwei Korbrasseln <i>assanyan</i> aufgezeichnet.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="Guinea-Bissau" title="Guinea-Bissau">Guinea-Bissau</a> wird die Wassertrommel <i>tina</i> mit beiden Fäusten in einem Rhythmus geschlagen, der von der quadratischen Rahmentrommel <i><a href="Gumbe" title="Gumbe">gumbe</a></i> stammt. Die <i>gumbe</i> gehört zur Kulturtradition der im 19. Jahrhundert aus der <a href="Karibik" title="Karibik">Karibik</a> nach Afrika zurückgebrachten Sklaven, die auf Guinea-Bissau einen starken Einfluss ausübte.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="Haiti" title="Haiti">Haiti</a> und <a href="Kuba" title="Kuba">Kuba</a> heißt die Kalebassen-Wassertrommel <i>jícara de jobá</i> oder <i><a href="G%C3%BCiro" title="Güiro">güiro</a> de joba</i>. Sie wird rituell bei Begräbnissen verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auf_der_Wasseroberfläche_aufgeschlagene_Röhren"><span id="Auf_der_Wasseroberfl.C3.A4che_aufgeschlagene_R.C3.B6hren"></span>Auf der Wasseroberfläche aufgeschlagene Röhren</h2></div>
<p>Gänzlich anders funktionieren die Wassertrommeln oder Stampftrommeln, die in der <a href="Musik_Neuguineas" title="Musik Neuguineas">Musik Neuguineas</a> vorkommen. Bei den <a href="Iatmul" title="Iatmul">Iatmul</a> am mittleren <a href="Sepik" title="Sepik">Sepik</a>, einer Kulturregion im Norden <a href="Papua-Neuguinea" title="Papua-Neuguinea">Papua-Neuguineas</a>, werden hölzerne sanduhrförmige Röhren (<i>abuk waak</i>)<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> paarweise am Flussufer auf die Wasseroberfläche gestampft. Der Bewegungsablauf ist wie bei den senkrecht auf den Erdboden gestoßenen <a href="Stampfrohr" title="Stampfrohr">Stampfrohren</a>. Die Röhren sind beidseitig offen und ähneln den einfelligen <a href="Sanduhrtrommel" title="Sanduhrtrommel">sanduhrförmigen</a> Trommeln <i><a href="Kundu_(Trommel)" title="Kundu (Trommel)">kundu</a></i>. Ein seitlicher Henkel in Form eines Krokodils, dessen Schwanz über den Korpus hinausragt, dient zum Festhalten. Früher waren es heilige Instrumente, die von Frauen und Kindern nicht gesehen werden durften. Sie wurden im Männerhaus aufbewahrt. Die bei Initiationen verwendeten Stampftrommeln wurden als Geisterstimmen oder als Stimme des Schöpfer-Krokodils aufgefasst und entsprachen in ihrer kultischen Bedeutung den in <a href="Melanesien" title="Melanesien">Melanesien</a> verbreiteten heiligen Flöten, <a href="Schwirrger%C3%A4t" title="Schwirrgerät">Schwirrhölzern</a> und dem Reibholz <i><a href="Lounuat" title="Lounuat">lounuat</a></i> von <a href="Neuirland" title="Neuirland">Neuirland</a>.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heute werden sie Touristen vorgeführt und stellen als Souvenirs eine wesentliche Einnahmequelle dar. Beim Eintauchen und Herausziehen aus dem Wasser entstehen zwei unterschiedliche Töne. Wasser steht für das Prinzip Fruchtbarkeit. Die Sanduhrform verkörpert die Verbindung von Himmel und Erde, zwei sich entsprechenden Welten, die sich in der schlanken Mitte zusammenfinden und ineinander umkehren. Das Menschen verschlingende Krokodil ist ein mythisches Tier, das bei den Iatmul auch sonst im Zusammenhang mit <a href="%C3%9Cbergangsritus" title="Übergangsritus">Übergangsriten</a> auftaucht.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Außer mit Krokodilen können Stampftrommeln mit Vögeln und anderen Tierfiguren oder menschlichen Figuren gestaltet sein.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Name <i>abuk waak</i> bezeichnet auch eine Altersklasse der erwachsenen Iatmul-Männer und die der Initiationszeremonie vorausgehende Krokodilprozession.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein anderer Typ von Wassertrommeln der Iatmul, genannt <i>kamikaula</i>, besteht aus einer flachen Holzschale mit vier Henkeln auf der gewölbten Seite. Bei einer Initiationszeremonie hält ein Mann einen langen Stock senkrecht in eine Erdgrube, die am Boden mit Wasser gefüllt ist. Durch ein Loch in ihrer Mitte wird die <i>kamikaula</i> auf den Stock gesetzt, der als Führung dient, wenn sie an durch die Henkel geschlauften Seilen in die Grube fallengelassen und wieder hochgezogen wird. Der durch die Grube verstärkten lauten Schläge werden als Stimme des Krokodils aufgefasst. Dieser Wassertrommeltyp ist nur vom mittleren Sepik bekannt.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ohne Trommeln, dafür mit bloßen Händen erzeugen im Wasser stehende Frauen auf einigen Südseeinseln (<a href="Vanuatu" title="Vanuatu">Vanuatu</a>, <a href="Salomonen" title="Salomonen">Salomonen</a>) ähnliche rhythmische Töne.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In manchen Fällen antworten am Ufer stehende Männer den Frauen mit eigenen Liedern, die sie mit <a href="Schlitztrommel" title="Schlitztrommel">Schlitztrommeln</a>, Stampstöcken oder <a href="Rassel#Gefäßrasseln" title="Rassel">Gefäßrasseln</a> rhythmisieren.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auf dem <a href="Danau_Poso" title="Danau Poso">Danau Poso</a>, einem großen See in <a href="Sulawesi_Tengah" title="Sulawesi Tengah">Zentralsulawesi</a> trieben Anfang des 20. Jahrhunderts Fischer nachts <a href="Kletterfisch" title="Kletterfisch">Kletterfische</a> (<i>Anabas testudineus</i>, indonesisch <i>kosa</i>) mit den Schlägen von Wassertrommeln in Richtung der Netze. Das untere Ende der Geräuschinstrumente bestand aus einem 20 Zentimeter langen Bambusrohr von 5–7 Zentimetern Durchmesser, an welches eine etwa 3 Meter lange dünne Bambusstange gebunden war.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mit_Wasser_gefüllte_Membranophone"><span id="Mit_Wasser_gef.C3.BCllte_Membranophone"></span>Mit Wasser gefüllte Membranophone</h2></div>
<p>Die mit einer Membran bespannten Wassertrommeln in Nord- und Südamerika bestehen aus einem rundbauchigen Tontopf oder einem hölzernen Behälter. Mit ihrem geschlossenen Boden gehören sie nach der Form zu den <a href="Kesseltrommel" title="Kesseltrommel">Kesseltrommeln</a>. Verwendbar ist auch ein Eisentopf. Hölzerne Trommeln besitzen mitunter ein Loch in der Seite, durch das zum Stimmen Wasser nachgefüllt werden kann, ohne die Membran abnehmen zu müssen. Manche <a href="Indianer_Nordamerikas" title="Indianer Nordamerikas">Indianervölker Nordamerikas</a> befeuchten die Membran vor dem Spiel, indem sie den Korpus kurz umdrehen. Üblicherweise werden Schlägel mit einem weichen Kopf verwendet, nur die <a href="Irokesen" title="Irokesen">Irokesen</a> schlagen die Membran ihrer kleinen Kesseltrommel <i>ka’nohko’wah</i> mit einem festen Stock, während die <a href="Navajo_(Volk)" title="Navajo (Volk)">Navajo</a> einen elastischen Zweig benutzen.
</p><p>Derartige Wassertrommeln werden oder wurden bei Ritualen eingesetzt; das eingefüllte Wasser soll eine lebensspendende oder Totengeister abwehrende Symbolik haben. Bei den nordamerikanischen <a href="Mandan_(Volk)" title="Mandan (Volk)">Mandan</a>-Indianern war bei Ritualtänzen wegen der heiligen Zahl Vier die Festlegung der vier Kardinalpunkte von wesentlicher Bedeutung. Bei der Zubereitung von Medizin für ihre Sonnentänze stellten sie an allen vier Himmelsrichtungen eine schalenförmige Wassertrommel auf.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heute begleiten Wassertrommeln (<i>peyote water drums</i>) auch Zeremonien der <a href="Native_American_Church" title="Native American Church">Native American Church</a>.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Yuchi" title="Yuchi">Yuchi</a> (im Bundesstaat <a href="Tennessee" title="Tennessee">Tennessee</a>) verwendeten nach einem Bericht von 1909 bei Zeremonien einen fassförmigen, knapp 50 Zentimeter hohen, mit Wasser gefüllten Tontopf (<i>didané</i>), dessen mit einer Schnur am oberen Rand festgebundene Membran sie mit einem einzelnen Stock schlugen. Die Membran war im Muster von Tortendiagrammen farbig bemalt, sie war vor dem Wohnsitz des <a href="H%C3%A4uptling" title="Häuptling">Chiefs</a> aufgestellt und durfte nur von ausgewählten Personen geschlagen werden.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei den nordamerikanischen <a href="Irokesen" title="Irokesen">Irokesen</a> wird in der Ritualmusik eine mit Tierhaut bespannte hölzerne Trommel eingesetzt. Der im Durchschnitt ein Drittel des Korpusvolumens betragende Wasserstand muss durch Versuch und Irrtum genau justiert werden, um das gewünschte Klangergebnis zu erzielen. Die Irokesen verwenden ferner unterschiedlich geformte Schlägel, um den Klang zu beeinflussen.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Cherokee" title="Cherokee">Cherokee</a> im Süden der Vereinigten Staaten verwenden die bevorzugt aus dem Holz des <a href="Riesen-Lebensbaum" title="Riesen-Lebensbaum">Riesen-Lebensbaums</a> (<i>red cedar</i>) gefertigte Wassertrommel <i>ahuli</i>, die eine Höhe von etwa 28 Zentimetern und einen Durchmesser von 20 Zentimetern besitzt. Die Korpuswand ist 3–4 Zentimeter dick. Etwa 5 Zentimeter Wasser werden vor dem Aufspannen der Membran eingefüllt. Der Musiker schlägt die Membran mit einem 30 Zentimeter langen Stock und verändert die Tonhöhe, indem er die Trommel schüttelt oder die Membran befeuchtet. Die <i>ahuli</i> wird von Männern wie bei anderen Indianervölkern zur Begleitung von zeremoniellen Tänzen gespielt.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <i>‘ásaa’ yilghaalí</i> der Navajo ist ein Tontopf von 20–25 Zentimetern Länge und einem gerundeten Boden, der halb mit Wasser gefüllt ist. Die Membran aus Hirschhaut wird feucht aufgelegt und mit feuchten Hautstreifen festgebunden. Vor jeden Einsatz wird die Trommel mit bestimmten Liedern rituell „zum Leben erweckt“. Geschlagen wird sie mit einem 25 Zentimeter langen dünnen Eichenzweig, dessen oberes Ende zu einem Kreis von 12 Zentimetern gebogen ist. Am kreisförmigen Ende werden ein oder zwei Adlerfedern festgebunden. Mit dieser Trommel begleiten die Navajo den <i>Squaw Dance</i> bei der <i>Enemy Way</i>-Zeremonie (<i>anaʼí ndááʼ</i>), die gegen den schädlichen Einfluss des Geistes eines Verstorbenen gerichtet ist.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Apachen" title="Apachen">Apachen</a> in <a href="Arizona" title="Arizona">Arizona</a> und <a href="New_Mexico" title="New Mexico">New Mexico</a> verwenden eine <i>ʾísal dádestlʾooni</i> genannte Wassertrommel (<a href="Apache-Sprachen" title="Apache-Sprachen">Apache</a> <i>ísal</i>, „Topf“, „Eimer“, etwa „Eimer [mit etwas] herumgebunden“). Für die Trommel wird ein großer Eisentopf teilweise mit Wasser und zusätzlich mit als heilig geltenden Materialien wie Getreidekörnern und Asche gefüllt. In der Vergangenheit verwendete man große Tongefäße. Anstelle der früher aus Tierhaut bestehenden Membran wird heute ein Stück eines LKW-Gummischlauchs mit einem Stoffstreifen oder einem Gummistreifen über die Topföffnung gebunden. Der Schlägelkopf wird mit Tierhaut umwickelt. Die <i>ʾísal dádestlʾooni</i> begleitet Unterhaltungslieder und Lieder für bestimmte magische Zeremonien. Meist treten vier Spieler auf, die im Stehen die Trommel unter dem linken Ellbogen halten. Bei Heilungsritualen (<i>gojital</i>) klemmt der sitzende Spieler die Trommel zwischen die Knie.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Einen halb mit Wasser gefüllten Tontopf verwendeten auch die Chorote-Indianer am <a href="R%C3%ADo_Pilcomayo" title="Río Pilcomayo">Río Pilcomayo</a> im südamerikanischen <a href="Gran_Chaco" title="Gran Chaco">Gran Chaco</a>. Dieser Kochtopf war ihre einzige Trommel, andere Musikinstrumente waren Flöten und als einziges Saiteninstrument einen dem patagonischen Typ entsprechenden <a href="Musikbogen#Südamerika" title="Musikbogen">Mundbogen</a>. Die Wassertrommel wurde mit einem Holzstab geschlagen.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Guaycur%C3%BA" title="Guaycurú">Guaycurú</a> in <a href="Argentinien" title="Argentinien">Argentinien</a> und <a href="Paraguay" title="Paraguay">Paraguay</a> besaßen Anfang des 20. Jahrhunderts eine Trommel aus einem halb mit Wasser gefüllten hölzernen Mörser namens <i>pimpim</i>, der mit Ziegenfell bespannt war. Der Brautwerber musste sich bei ihnen einer achttägigen Probe unterziehen und vor einer Hütte, in die seine zukünftige Braut gebracht worden war, unentwegt die <i>pimpim</i> schlagen. Die Frau durfte unterdessen nur in dringenden Fällen die Hütte verlassen und der davor stehende Trommler durfte nicht vor der Zeit ermüden, sonst war sein Einsatz vergebens, so heißt es in einer Schilderung von 1921.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Musiker im früheren ugandischen <a href="K%C3%B6nigreich_Ankole" title="Königreich Ankole">Königreich Ankole</a> verwendeten nach einem Bericht vom Anfang des 20. Jahrhunderts zur Begleitung von Gesängen und Tänzen unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllte Tontöpfe, auf deren Öffnung sie mit Stöcken schlugen. An die Spitzen der Stöcke hatten sie Schilfrohrplatten gebunden, die etwas größer als die Topföffnung waren. Mit dieser Vorstufe eines Membranophons erzeugten sie trommelähnliche Schläge.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Waterphone" title="Waterphone">Waterphone</a>, nach dem Prinzip der mit Wasser gefüllten Trommel neu entwickeltes Klanginstrument</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Peter Cooke: <i>Water-drum.</i> In: <i>Grove Music Online</i>, 2001</li>
<li>Mary Riemer-Weller: <i>Water-drum (USA).</i> In: <i>Grove Music Online,</i> 23. Februar 2011</li>
<li><a href="Curt_Sachs" title="Curt Sachs">Curt Sachs</a>: <i>Geist und Werden der Musikinstrumente</i>. Reimer, Berlin 1928 (Nachdruck: Frits A. M. Knuf, Hilversum 1965), S. 175f</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Water_drums?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Wassertrommel</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Roger Blench: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rogerblench.info/Ethnomusicology/Papers/Africa/Nigeria/General/Plateau%20music%20Hamburg%20paper.pdf"><i>The traditional music of the Jos Plateau in Central Nigeria: an overview.</i></a> Hamburg, März 2004, S. 4</span>
</li>
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</ol></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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